BlessU-2 segnet die Welt

Was passiert, wenn Digitalisierung und kirchliche Rituale aufeinanderprallen? Das wollte Fabian Vogt wissen und hat für die Weltausstellung Reformation in Wittenberg mit einem Team ein spektakuläres Kunstwerk entwickelt: den Segensroboter „BlessU-2“. Diese Installation will zum Nachdenken über den Segen anregen – und genau das tut sie. Schon jetzt haben sich mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher digital segnen lassen – und tauschen ihre Erfahrungen weltweit eifrig aus.

Natürlich geht es nicht darum, auf Dauer Pfarrer durch Roboter zu ersetzen – aber die Kirchen sind gut beraten, wenn sie sich in einem Zeitalter zunehmender Mechanisierung Gedanken machen, was diese Entwicklungen möglicherweise für die Kirche bedeuten werden. Außerdem zeigt BlessU-2 : Fast jeder Mensch wäre gerne gesegnet. Aber kaum jemand kann sagen, was Segen eigentlich ist. Der Segensroboter macht Lust, diesem großartigen Phänomen neu nachzuspüren. www.lichtkirche.de/segensroboter

Luther für Eilige

Martin Luther hat mit seinen Worten die Welt verändert. Und weil nur einige Eingeweihte die Schriften Luthers studiert haben, lädt Fabian Vogt ein, die klugen Gedanken und Ideen des Reformators ganz neu zu entdecken. In seinem charmanten Büchlein „Luther für Eilige“ stellt er die 12 wichtigsten Schriften des Wittenberger Querdenkers auf unterhaltsame und mitreißende Art vor.

Von den 95 Thesen bis zur Rede vor dem Reichstag in Worms: Gespickt mit vielen Originalzitaten zeigt Fabian Vogt, warum diese Texte damals so ein unglaubliches Veränderungspotential in sich hatten und warum sie heute noch anregend sind. Ergänzt wird die Auswahl durch eine Einführung in die wichtigsten Lebensstationen Luthers und seine Schreiben. Kurz und knackig. Fröhlich und gut. Jetzt übrigens auch auf Englisch erschienen: „Luther on the fly“.

Die Frau, die so gerne wollte, dass der Roman anders ausgeht

Der Roman „Feuerzunge“, den Felicitas als Jugendliche geliebt hat, geht beim erneuten Lesen auf einmal ganz anders aus als damals. Und der seltsame Florian vermutet, dass ihr chaotisches Leben Einfluss auf die Romanhandlung haben könnte. So ein Quatsch! Oder vielleicht doch nicht? Nun, einen Versuch ist es zumindest wert.

Der neue Roman von Fabian Vogt,“Die Frau, die so gerne wollte, dass der Roman anders ausgeht“, der im Februar 2016 erscheint ist eine flammende Erzählung über die Kunst der Begeisterung und die Kraft von Geschichten. Denn wenn gute Geschichten Leben verändern können, warum sollte das nicht auch mal andersherum möglich sein?

Vorträge

Fabian Vogt ist seit Jahren in ganz Deutschland als Referent unterwegs. Unter anderem zu diesen Themen:

Hinter jedem großen Mann steckt eine starke Frau 

Wie Katharina von Bora ihren Martin Luther auf Trab brachte.

Gottesdienst neu entdeckt

Eine kleine Motivationsschule für leidenschaftliche und bewegende Gemeindearbeit.

Predigen als Erlebnis

Von der Kunst, mitreißende Geschichten zu erzählen.

Das ist Glück!

Ein anregender Besuch in der Welt der Glücksforschung und ihren inspirierenden Anregungen.

 

Das 1. Kehrmaschinen-Ballett der Welt

Im Rahmen seiner Projektstelle für Kommunikation hat Fabian Vogt acht Kehrmaschinen zum Tanzen gebracht. Als Begleitaktion zu einer „Impulspost“ (einem Brief der Kirche an ihre Mitglieder) wurde das Thema „Wie man mit Dingen umgeht, die man lieber unter den Teppich kehrt“ in Gestalt eines Kurzfilms kreativ umgesetzt. In diesem Film kann man jetzt das 1. Kehrmaschinen-Ballett der Welt bewundern.

Drei Tage lang übten die Fahrer der Darmstädter Firma Ibel & Lotz die Choreographie, die später von einer eindrücklichen Geschichte umrahmt wurde. Neugierige können hier einen Blick auf „Die himmlischen Kehrscharen“ wagen:

https://youtu.be/OtwoMbJJbFM

Wenn Engel lachen

Weder die eigenwillige Katharina von Bora noch der ehrenwerte Professor Martin Luther hätten je gedacht, dass aus ihnen einmal ein Paar werden würde. Denn Katharina war unsterblich in einen Patriziersohn verliebt, während Luther ein Auge auf Katharinas Freundin Ava geworfen hatte. Beide sollten ein gutes Wort für den jeweils anderen einlegen.

Wie aus dieser Abmachung im Atelier von Lukas Cranach schließlich doch eines der berühmtesten Paare unserer Geschichte wird, erzählt Fabian Vogt in seinem neuen Roman höchst unterhaltsam. Und nimmt mit hinein in eine Liebe, in der sich die ganze Dynamik der Reformation widerspiegelt.

Kreative Ideen zum Reformationsjubiläum

Seit Mai 2015 ist Fabian Vogt im Rahmen einer halben Projektstelle von der Ev. Kirche in Hessen und Nassau beauftragt, kommunikative Ideen zum großen Geburtstag der Reformation zu entwickeln: Großveranstaltungen, künstlerische Events, kreative Konzepte und die geplante Weltausstellung in Wittenberg gehören mit zu seinen Aufgabengebieten.

2017 jährt sich der berühmte Thesenanschlag Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche zum 500. Mal. Ein bedeutendes Ereignis, das bundesweit gefeiert wird, weil es nicht nur zur Gründung der protestantischen Kirchen, sondern auch auch zu einer Geburtsstunde der Neuzeit wurde.

Überarbeitete Reden überarbeiteter Männer

Christine Brückner hat mit anregender Phantasie und klugen Gedanken die „Ungehaltenen Reden ungehaltener Frauen“ verfasst: den Bestseller „Wenn du geredet hättest, Desdemona“. Nun dürfen endlich auch mal bekannte Männer berichten, wie sie ihre berühmt gewordenen Geschichten selbst wahrgenommen haben. Fabian Vogt gibt zehn biblischen Helden die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge zu erzählen: „Wenn du geschwiegen hättest, Petrus“.

Und diese Reden entpuppen sich als faszinierendes Lesevergnügen. Denn die Abenteuer eines David, Mose, Simson, Adam oder Petrus unterscheiden sich viel weniger von dem, was ein Mann heute erlebt, als man denken könnte. Da geht es um die großen Fragen, die kleinen Eitelkeiten und viele verrückte Sehnsüchte. Erschienen: September 2014.

Wie Johannes seinen Kopf verlor

Eigentlich sollte es ein Kinderbuch werden – aber dann fand der Verlag, die Nacherzählung der Abenteuer von Johannes dem Täufer seien doch eher ein „All-Ages“-Projekt. Also so eine Art „Kleiner Prinz“ – sprich: ein Buch, das Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gefällt. Dann kam noch die wunderbar kreative Künstlerin Vio Mütter mit dazu und es entstand ein wirklich zauberhaftes Büchlein für alle mit großem Herzen und großer Phantasie.

Und siehe da: Man kann die Geschichte eines Helden, der am Ende seinen Kopf verliert, so erzählen, dass sie nicht nur Freude macht, sondern auch gleich noch Hoffnung weckt. Und das will was heißen.

Lesevergnügen

Fabian Vogt

Papas Parfüm

Es duftet so nach … Papa.

Wie bitte! Das kann doch gar nicht sein.

Erstaunt starrte Paula den Nikolaus an. Moment mal. Der alte Mann mit dem schlohweißen Rauschebart, der rauen Stimme und dem roten Kapuzenmantel, der roch genauso wie Papa.

Ja, Paula war sich ganz sicher. Das war doch dieses neue Parfüm, das Mama ihm zum ersten Advent geschenkt hatte. „Hero“ hieß es.

Papa hatte beim Auspacken neckisch die Augenbrauen hochgezogen – „So so, ‚Hero‘“ – und Mama hatte sehr verschmitzt geguckt. Ein bisschen so, als sei sie frisch verliebt: „Na, das passt doch, mein … Hero, mein Held.“

Also so was. Das war doch … Da kam dieser … dieser komische Nikolaus einfach durch den Kamin, ging ins Bad und bediente sich vor der Bescherung heimlich an Papas neuem Parfüm. Was für eine Dreistigkeit!

Und eines war klar: Er hatte bestimmt nicht gefragt. Konnte er ja gar nicht. Denn Papa war noch im Büro. Mama hatte vorhin ganz traurig geklungen, als sie sich am Telefon verabschiedete. Sie hatte den Hörer aufgelegt und dann gesagt: „Och, wie schade. Du, Paula, Papa muss noch arbeiten, er kann leider nicht dabei sein, wenn der Nikolaus kommt. Wie blöd!“

Tja, und dann so was. Da nutzte dieser rote Heini die Gelegenheit, dass Papa nicht zuhause war, und benutzte verbotenerweise sein Parfüm. Obwohl das doch so teuer gewesen war. Ja, als Papa seine kleine Paula am ersten Advent aufgefordert hatte, den neuen Duft doch selbst mal auszuprobieren, hatte diese gleich fröhlich losgesprüht – Parfüm aufs Handgelenk, auf den Hals, auf die Füße, auf die Barbie, auf Ken – woraufhin Mama mahnend gerufen hatte: „Paula, nicht so viel. Es reicht. Da kostet jeder Tropfen ein kleines Vermögen. Das ist nur für Papa. Ab jetzt darf da keiner mehr ran. Verstanden?“

Ja, Paula hatte verstanden. Aber der hier nicht, der Nikolaus. Dieser … dieser Kleinkriminelle. Dieser Duft-Dieb. Der stand da ganz scheinheilig vor dem Kamin, holte Apfel und Nuss und Mandelkern aus seinem Jutesack und tat so als wäre nichts. Dabei war sein Frevel, sein Vergehen im ganzen Zimmer zu riechen.

So was … kleine Süßigkeiten verschenken und selbst Parfüm klauen.

Paula musste schlucken. Vielleicht tat sie dem Nikolaus ja Unrecht. Vielleicht hatte der einfach genau das gleiche Parfüm von seiner Frau geschenkt bekommen. Nee. Der Nikolaus hat doch keine Frau. Oder doch? Nicola? Nikolausine? Nein, ganz bestimmt nicht.

Und wenn er sich das Parfüm selbst gekauft hatte? Auch nicht. Auf gar keinen Fall. Der Nikolaus hielt doch nicht einfach mit seinem Rentierschlitten bei „Douglas“ und ließ sich neuste Duftkreationen vorführen. Und wenn, dann hätten das die Zeitungen garantiert berichtet: „Nikolaus kauft ‚Hero‘-Parfüm.“ Es musste eine andere Erklärung geben.

Bestimmt hatte der Nikolaus, als er bei ihnen angekommen war, nur mal schnell aufs Klo gemusst. Klar, nach der vielen Rumfliegerei in der Kälte. Dem ewigen Sitzen in Bärenfellen. Nach all den endlosen Ho-ho-hos und der Kaminkletterei … da hatte er in ihrem Bad das Parfüm gesehen und sich gedacht: „Ich möchte auch mal wie ein Held riechen. Nur einmal im Leben.“ Ja, so war das passiert.

Auf einmal tat Paula der Nikolaus leid. Unendlich leid. Dieser arme Mann. Immer unterwegs. Den ganzen Tag Geschenke verteilen. Keine Frau zu Hause. Kein Parfüm. Keine eigenen Kinder. Kein Wunder, dass er, dieses Vorbild an Anstand und Ordnung, in ihrem Bad die Nerven verloren hatte. Er war vor lauter Verzweiflung, vor lauter Sehnsucht nach Wohlgeruch über die Stränge geschlagen. Aber bestimmt nicht aus Bösartigkeit, sondern nur wegen der Umstände. Und wahrscheinlich hatte er auch eine schwere Kindheit gehabt.

Paula sprang auf, hörte ihre Mutter rufen „Wo willst du denn hin?“, aber da war sie schon in der Küche. Schnell holte sie aus der Werkzeugkiste neben der Spülmaschine den Hammer und rannte die Treppe hoch in ihr Zimmer.

Wo war es nur? Genau, da, auf dem Regal neben der Playmobil-Schloss. Das Sparschwein. Mit einem Schlag zertrümmerte Paula die Porzellan-Sau und klaubte die Münzen aus den Scherben. Das waren – eilig zählte sie – ungefähr 11 Euro 30. Bekam man dafür ein Parfüm? Einen Flakon „Hero“? Egal. Sie musste wieder runter, bevor der Nikolaus weiterfuhr.

Im Flur tönte es schon laut: „Ho-ho, ho-ho. Hast du deine Blockflöte geholt, um mir etwas vorzuspielen, kleine Paula?“

Paula schüttelte den Kopf. Biss sich auf die Lippen. Leise sagte sie: „Ich weiß, was du gemacht hast, lieber Nikolaus. Aber das ist nicht schlimm. Du warst halt auch mal nicht artig. Das kann jedem passieren.“

Flüsternd fügte sie hinzu: „Mach dir keine Sorgen. Ich sag es keinem. Also, dass du heimlich das neue, teure Parfüm von meinem Papa benutzt hast. Und die Adventszeit ist doch eine Zeit, wo man vergeben soll. Weil Gott bald auf die Erde kommt.“

Sie drückte dem Nikolaus die Münzen in die Hand: „Hier. Nimm. Mit dem Geld kannst du einen Engel losschicken, der dir das Gleiche kauft. Es heißt ‚Hero‘ und duftet wirklich ganz toll.“ Sie grinste. „Aber das weißt du ja schon. Und verrat es bitte nicht meinem Papa. Der hat nämlich gesagt: Mein Erspartes darf ich nur für was ganz, ganz Wichtiges ausgeben. Also nicht für Süßigkeiten oder Comic-Hefte oder so. Aber, es ist doch wichtig, dass der Nikolaus auch mal wie ein ‚Hero‘ riecht. Oder nicht? Nikolaus? Du weinst doch nicht etwa?“

Der Nikolaus nahm Paula in die Arme. Etwas zu fest, fand sie. Sie sollte sich doch nicht von fremden Männern in den Arm nehmen lassen. Obwohl: Das war ja der Nikolaus. Und er duftete so sehr nach Papa.